MamaMia bietet konkrete Hilfe

Bonn, 3. Mai 2012. Rund 100 Gäste begrüßte Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, darunter die Superintendenten Eckart Wüster und Dr. Eberhard Kenntner, Vertreter aus Politik und Städten der Region sowie Bonns Bürgermeister Helmut Joisten. Ein kurzer Blick zurück und nach vorn genügte Hamacher bei seiner Rede, denn die Arbeit von MamaMia sollte inhaltlich im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. "Die soziale Arbeit des Diakonischen Werkes und anderer Einrichtungen in Bonn ist notwendiger denn je, weil immer mehr Menschen auf Hilfe, Beratung oder andere Unterstützung angewiesen sind", sagte Hamacher. "Unsere Arbeit wird angenommen, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung und Religion."

MamaMia, ein Projekt der Evangelischen Schwangerschaftsberatungsstelle EVA, ist dafür ein gutes Beispiel. Mütter und ihre kleinen Kinder bis zu drei Jahren aus problematischen Verhältnissen können dort Kontakt und Hilfe finden. Problematisch meint: alleinerziehend, mit sozial-wirtschaftlichen Problemen, aus konfliktreichen Familienverhältnissen, mit mangelnder Schulbildung oder Migrationshintergrund. Letztere sind besonders häufig vertreten. "Durch den häufigen Kontakt mit Migrantinnen stellen wir immer wieder fest, dass mangelnde Sprachkenntnisse und fehlende Bildung der Mütter die größten Hindernisse darstellen, an der Gesellschaft teilzuhaben", sagt Renate Hauber, Projektleiterin von MamaMia.

Die regelmäßigen Cafés werden dort durchgeführt, wo die Mütter wohnen: jeweils einmal wöchentlich in Auerberg, Pennenfeld, Mehlem, Bornheim und Meckenheim. Der Startschuss fiel 2008 mit einem Café. Die kurzen Wege ermöglichen es den Frauen, die in der Regel nicht mobil sind, sich auf den Weg zu machen und regelmäßig an einer Gruppe teilzunehmen. "Für viele Migrantinnen ist es ein großer Schritt, sich überhaupt auf ein Angebot einzulassen, welches außerhalb des familiären Rahmens stattfindet", so Hauber. Das ungezwungene Angebot wird aber gut angenommen: Bis zu zwölf Frauen mit ihren Kindern kommen in die jeweils eineinhalbstündigen Runden.

Jedes Frühstückscafé wird von einer Sozialpädagogin geleitet. Die Leiterin führt neben den Gruppenangeboten auch die aktivierende und begleitende Arbeit durch. Die Mütter werden in der Gruppe in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt durch die Sensibilisierung für die Bedürfnisse der Kinder, Einübung von kindgerechten Ritualen und Spielanregungen sowie pädagogischen Hilfen bei Verhaltensauffälligkeiten. MamaMia finanziert sich aus Spenden und wird vom Jugendamt der Stadt Bonn finanziell unterstützt.

Zitate:

Dr. Eberhard Kenntner: "Es gibt eine Stärke, die Kraft und Lebensgewinn schenkt, für die Gewinnmaximierung aber nicht zählt. Diakonie bleibt ein Zuschussgeschäft, aber das ist der Preis, dass wir versuchen, der Liebe Gottes Raum zu geben."

Bürgermeister Joisten: "Die Diakonie ist eine tragende Säule im sozialen Sektor der Stadt."