Die Barriere ist im Kopf

Swisttal-Heimerzheim, 23.02.2012. Inklusion und inklusives Handeln betrifft immer die eigene Haltung und persönliche Einstellung. Das machte Pfarrerin Claudia Müller-Bück in ihrer Begrüßungsansprache deutlich. Was das im praktischen Leben bedeutet, veranschaulichten die dargestellten Weisheiten von Theaterpädagogin Gundula Schmidt, die auf kabarettistische Weise demonstrierte, dass die Barrieren im eigenen Kopf ein inklusives Zusammenleben vielmehr erschweren als die baulichen Barrieren. Dieser humorvolle Impuls half, das oft theoretisierte Thema Inklusion ganz praktisch anzugehen und es nicht nur problematisierend zu betrachten.

In ihrem anschließenden Vortrag betonte Wiebke Lawrenz von der Bonner Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft in diesem Sinne den lebendigen Charakter von Inklusion und rief zum Mitmachen auf. Die Fragen, in dem von ihr vorgestellten Kommunalen Index für Inklusion, liefern wichtige Impulse dafür. Einigen dieser Fragen stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz in sechs Arbeitsgruppen, die jeweils von den Moderatorinnen Sabine Ahrens, Landespfarrerin für inklusive Gemeindearbeit am Pädagogisch-Theologischen Institut Bonn, Ingrid König, Gemeindepädagogin mit Schwerpunkt Inklusive Gemeindearbeit in Meckenheim, Wiebke Lawrenz, Claudia Müller-Bück, Michaela Schuster, Pfarrerin für Behindertenarbeit und Diakonie im Diakonischen Werk Bonn und Region und Katrin Wüst, Pfarrerin für Behindertenarbeit im Kirchenkreis an Sieg und Rhein, geleitet wurden.

Inklusion ist aber nicht nur als Appell an jede und jeden Einzelnen zu verstehen, sondern auch an Kirche und Kommune gemeinsam. Werden die Barrieren im eigenen Kopf abgebaut, kann ein inklusives Miteinander ermöglicht werden, in dem "die Vielfalt normal wird und das Vorhandensein von Unterschieden ebenso", so Superintendent Dr. Eberhard Kenntner in seinem Schlusswort. Um aber nicht nur mit Worten zu enden, überreichte Kenntner den Vertreterinnen und Vertretern von Kirche und Kommunen den Kommunalen Index. So kann die vor Ort angestoßene Reflexion auch dort ankommen, wo sie hingehört - im Alltag.