Anspruch auf Hardware bestätigt

Kind im Lernen auf Distanz

Um am Lernen auf Distanz teilnehmen zu können, braucht es digitale Endgeräte.

Jobcenter unterstützen Anschaffungen für digitales Lernen

Die Voraussetzung für das Lernen auf Distanz sind digitale Endgeräte und der Zugang zum Internet. Schon im ersten Lockdown hat das Diakonische Werk sich dafür ausgesprochen, dass die Anschaffung der notwendigen Hardware als besondere Aufwendung für Menschen, die Hartz IV beziehen, geltend gemacht werden müsse und nicht über den Regelsatz zu finanzieren sei. Insgesamt 900 Anträge haben Familien aus Bonn an das Jobcenter Bonn gestellt. Allein 500 Anträge für etwa 750 Kinder wurden mit der Unterstützung des Stadtteilbüros Tannenbusch der Diakonie und des Haus Vielinbusch gestellt.

Jetzt endlich wurde der Appell aus dem sozialen Bereich gehört. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erkennt diesen besonderen Bedarf an:

Auf Veranlassung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sind die Jobcenter angewiesen worden, einen Mehrbedarf im SGB II für digitale Endgeräte anzuerkennen, die für Distanzunterricht notwendig sind. Diese Kostenübernahme kommt mit Wirkung zum 1. Januar 2021 in Betracht.

www.bmas.de/DE/Service/Presse/Meldungen/2021/kostenuebernahme-fuer-digitale-endgeraete-im-sgb-2.html

Familien im ALG-II-Bezug können ab sofort beim Jobcenter Mittel für Laptops und Zubehör beantragen.

Damit kann die Lücke geschlossen werden, die besteht, obwohl die Stadt Bonn den Schulen in den letzten Wochen bereits 8.000 iPads zur Verfügung gestellt, hat, die diese an Familien entleihen können. Der Bedarf geht darüber hinaus. Spendenaufrufe von Organisationen wie etwa der EMFA, Evangelische Migrations- und Flüchtlingsberatung, oder weiterer Initiativen haben sich deshalb beispielsweise bemüht, hier zu helfen und haben gespendete Altgeräte zur Verfügung gestellt.

„Auch die Kinder aus Familien, die keinen Anspruch auf die ALG-II-Leistungen haben, benötigen Endgeräte. Vor allem diesen Familien sollten die städtischen Leihgeräte zur Verfügung stehen, während die Kinder aus Familien im Leistungsbezug Mittel für Geräte vom Jobcenter erhalten.“, schlägt Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes vor – wohlwissend, dass das nur ein Aspekt ist, um zu vermeiden, dass Kinder finanziell benachteiligter Familien während der Pandemie abgehängt werden.

Familien, die Unterstützung bei der Beantragung dieser zusätzlichen Mittel benötigen, können sich an die jeweils zuständige Sozialberatungsstelle in ihrer Nähe wenden. Das Jobcenter stellt die Informationen auf der eigenen Internetseite zur Verfügung: https://www.jobcenter-bonn.de/fuer-arbeitssuchende/geldleistungen/endgeraete_schule/