Ohne Hardware keine Teilhabe

Diakonie-Einrichtungsleiter Helmuth Göbel und Mona Kheir El Din, Leiterin von Haus Vielinbusch

Diakonie-Einrichtungsleiter Helmuth Göbel und Mona Kheir El Din, Leiterin von Haus Vielinbusch, haben Ende April die Anträge persönlich beim Jobcenter in den Briefkasten geworfen.

500 Anträge für Chancengleichheit

Arbeitsblätter, Videokonferenzen, Lern-Apps werden gerade per E-Mail oder über Schule-Homepages verbreitet. So soll sichergestellt werden, dass die Schülerinnen und Schülern auch ohne Präsenzunterricht weiter lernen können. Immerhin gilt in Deutschland Schulpflicht und jedes Kind hat ein Recht auf Bildung. Was aber, wenn in den Familien die Hardware nicht zur Verfügung steht. Wenn es ein einfaches Smartphone gibt und das war es. Kein PC, kein Laptop, kein Drucker und auch kein W-LAN? Dann ist es vorbei mit Chancengleichheit und „wir lassen kein Kind zurück“.

Die Schulen vor Ort wissen um die Situation und versuchen mit kreativen oder vielmehr analogen Hilfen das Problem zu lösen. Hier werden Briefe verschickt oder Materialausgaben organisiert. Aber der Sinn der Sache kann nicht sein, sich mit der Situation abzufinden. Immerhin hat der Koalitionsausschuss der Bundesregierung ein Sofortausstattungsprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro vereinbart, um Schulen in die Lage zu versetzen, bedürftige Schüler in der aktuellen Ausnahmesituation beim digitalen Unterricht zu Hause zu unterstützen. 150 Euro sollen demnach jedem Kind für den Kauf von Hilfsmitteln zur Verfügung stehen (leider ein viel zu geringer Betrag, wie ein Blick in die Sortimente des Handels zeigt).

Gemeinsam haben unser Stadtteilbüro Tannenbusch und auch das benachbarte Haus Vielinbusch diese Ankündigung zum Anlass genommen, ihre Klientinnen und Klienten dabei zu unterstützen, diesen Anspruch geltend zu machen. Am Ende konnten Mona Kheir El Din (Leiterin Haus Vielinbusch) und Helmuth Göbel (Einrichtungsleiter Stadtteilbüros Diakonie) Ende April über 500 Anträge für weit mehr Kindern beim Jobcenter einwerfen. „Wir hoffen, dass durch die finanzielle Unterstützung zum Kauf von Computern und Druckern die Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern aus finanzschwachen Familien ausgeglichen wird und ihnen die gleichen Chancen gegeben werden, wie den anderen Kindern“, so beide unisono.

Die Rechtslage ist jedoch nicht eindeutig. Sollte es zu einer Ablehnung der Anträge kommen muss der Widerspruchs- und Klageweg bestritten werden, um die notwendigen Hilfen zu erlangen, da zwar der Beschluss vorliegt, die Mittel bereitzustellen, es aber noch keine Pläne zur Art und Weise der Ausschüttung gibt.