Aufruf: Wort-Spenden gesucht

Worte können soziales Distanz überwinden

Briefe für die Klientinnen und Klienten der ambulanten Pflege

Abstand, um sich wieder nah sein zu können, ist das Gebot der Stunde. Doch Abstand, auch noch verbunden mit maßgeblichen Einschränkungen der persönlichen Freiheit, hat Folgen unterschiedlichster Art: Einsamkeit und Frust auf der einen Seite, auf der anderen Tatendrang, der nicht bedient werden kann, Sehnsucht nach Austausch und viel Motivation zu helfen. Wir möchten ein Angebot machen, um diese Lücke zu füllen. Wir suchen Wort-Spenden oder ganz analog gesagt: Briefeschreiberinnen und -schreiber.

Unsere Mitarbeitenden in der Ambulanten Pflege erleben aktuell noch stärker als sonst, wie sehr die Menschen im Alter auf sich allein gestellt sind. Jetzt fällt aufgrund der Pandemie auch noch der Besuch der Nachbarn oder Angehörigen weg.

Zum Glück haben wir mittlerweile viele Möglichkeiten der digitalen Kommunikation. Aber die geraten gerade hier an ihre Grenzen. Alte Menschen werden nur zum Teil erreicht, die jungen erleben zuweilen eine Überforderung: unendliche Möglichkeiten, wobei die tatsächliche Tiefe einer digitalen Beziehung oft schwer zu bewerten ist.

Aus diesem Grund möchten wir auf ein bewährtes Instrument zurückgreifen: den Brief. Wir suchen Menschen, die Lust darauf haben, anderen einen Brief zu schreiben. Die Briefe nehmen unsere Pflegerinnen und Pfleger mit zu den Pflegebedürftigen, die sie auch in der Krise tagtäglich aufsuchen.

Briefe können an unser Pflege- und Gesundheitszentrum geschickt werden (PGZ, Stichwort „Wortspende“, Godesberger Allee 6-8, 53175 Bonn). Auf dem Umschlag sollten schon grobe Themen-Stichworte stehen, damit der passende Empfänger ausgewählt werden kann. Die Pflegekräfte kennen die ihnen anvertrauten Menschen gut und haben eine Idee, was sie interessiert. Wichtig ist es, dass die Schrift nicht zu klein ist und möglichst gut leserlich, da viele ältere Menschen, Sehschwierigkeiten haben.

Wenn Brief-Empfänger es schaffen, werden sie antworten und wir unterstützen dabei, den Antwort-Brief zu verschicken. Die Idee hinter den Wort-Spenden ist Zerstreuung schaffen, Aufmerksamkeit schenken und wer weiß, vielleicht auch Beziehungen aufbauen. Aber, „Wort-Spenden“ soll keine Partnervermittlung sein, kein Raum für politische Diskussion oder soziale Beratung. Dafür gibt es andere Gelegenheiten und Möglichkeiten.