Frauen vor dem Abgrund bewahren

v.l.: Prof. Dr. Ulrich Gembruch, Pfr. Agnes Franchy-Kruppa, Beraterin Karin Laier, Landes-Pfr. Edwin Jabs, Diakonie-Chef Ulrich Hamacher, Beraterin Andrea Lips, Präses Manfred Rekowski, Kirchenrat Jürgen Sohn, EVA-Leitung Claudia Mühl-Wingen, Bereichsleiter Thomas Bischofs, Pfr. Christiane Vetter

v.l.: Beraterin Karin Laier, Beraterin Andrea Lips, Präses Manfred Rekowski, EVA-Leitung Claudia Mühl-Wingen, Prof. Dr. Ulrich Gembruch

Präses Manfred Rekowski begegnet Diakonie-Beratungsteam

Gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus dem Landeskirchenamt besuchte Präses Manfred Rekowski das Team der psychosozialen Beratung nach Pränatal­diagnostik auf dem Venusberg. Er informierte sich, wie hier seit 2002 ein Netzwerk aus Medizin, Sozialarbeit und Seelsorge funktioniert und Wirkung zeigt.

Die Medizin bietet heute mit der Pränataldiagnostik die Möglichkeit, Störungen und Fehlbildungen beim ungeborenen Kind zu suchen und zu erkennen. Diese Entwicklung hat einerseits zu einer besseren Prävention und Bewältigung von gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind geführt. Es können in vielen Fällen bereits in frühen Stadien der Schwangerschaft Erkrankungen beim Kind festgestellt und behandelt werden. Auf der anderen Seite müssen sich ca. vier Prozent der Frauen und ihre Partner mit einer Diagnose auseinandersetzen, für die es keine Therapiemöglichkeiten gibt. Sie geraten dadurch in einen schwerwiegenden Konflikt, in dem sie entscheiden müssen, ob sie sich in der Lage fühlen, das kranke oder behinderte Kind anzunehmen. Die Beratungsstelle EVA der Diakonie, Evangelische Beratungsstelle für Schwangerschaft, Sexualität und Pränataldiagnostik, bietet den Betroffenen unmittelbar nach der Konfrontation mit der Diagnose psychosoziale Beratung an. Präses Manfred Rekowski hat der Einrichtung gestern gemeinsam mit Pfarrerin Christiane Vetter und Landespfarrer Edwin Jabs von der Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung in Düsseldorf einen Besuch abgestattet und sich über diese besondere Arbeit informiert.

Nach einem ausführlichen Gespräch mit allen Beteiligten, u.a. den Diakonie-Beraterinnen Andrea Lips und Karin Laier, der Klinikseelsorge vertreten durch Pfarrerin Agnes Franchy-Kruppa und dem Direktor der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatalmedizin Professor Dr. Ulrich Gembruch stellte Rekowski fest: „Ihre Arbeit beeindruckt mich sehr. Sie leisten Hilfe genau da, wo sie gebraucht wird und arbeiten eng verzahnt mit den Medizinern und der Seelsorge. Das ist beispielhaft.“

Es zeigte sich in der regen Diskussion deutlich das evangelische Profil dieser Arbeit: Die Beraterinnen geben den Frauen und Familien nicht einen bestimmten Weg vor, sondern unterstützen sie darin, die für sie tragbare Entscheidung zu treffen und mit dieser leben zu können. „Und dennoch ist es unerlässlich, dass wir als evangelische Kirche uns immer wieder mit diesen Themen beschäftigen und eine Haltung einnehmen“, waren sich die Anwesenden einig. Konkret wünscht sich der Präses, dass die Landespolitik ebenfalls erkennt, welche hohe Relevanz die psychosoziale Beratung unmittelbar vor Ort hat, „damit die Frauen, die vor einem Abgrund stehen, nicht fallen, sondern auch dauerhaft so gut gestützt werden können wie bisher.“