Erstmals „Marie-Kahle-Preis“ vergeben

Über 250 Gäste waren zu Gast bei der Marie-Kahle-Preisverleihung; Bildquelle: Meike Böschemeyer/vigilux

Beim Markt der Möglichkeiten konnten sich alle ehrenamtlichen Initiativen präsentieren; Bildquelle: Meike Böschemeyer/vigilux

Die Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel haben gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Bonn und Region und der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsberatung EMFA in Bonn erstmalig den Marie-Kahle-Preis vergeben. Der mit insgesamt 2.100 Euro dotierte Preis zeichnet in drei Kategorien beispielhafte ehrenamtliche Projekte der evangelischen und ökumenischen Flüchtlingshilfe aus.

„Hilfe für geflüchtete Menschen bleibt in den nächsten Jahren eine der ganz großen Aufgaben für unsere Gesellschaft", sagte der Bonner Superintendent Eckart Wüster bei der Preisverleihung des Marie-Kahle-Preises im Haus der Geschichte. Über 250 Gäste hatten sich eingefunden und verdeutlichten allein schon dadurch, welchen Stellenwert das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe nach wie vor hat. Unter den Gästen waren neben Mitgliedern des Landtags und des Bonner Stadtrates auch zahlreiche Aktive aus Bonner Kirchengemeinden. Auch die musikalische Begleitung durch das Programm war passgenau ausgewählt: Das Bonner Kültürklüngel Orkestra, ein offenes, interkulturelles Musikprojekt sorgte für erstklassige Stimmung.

Erster Preisträger in der Kategorie "Begegnung auf Augenhöhe" ist das Projekt "Internationaler Garten Oedekoven", ein ökumenischen Projekt in Kooperation mit einem Kleingartenverein, in dem Geflüchtete gemeinsam mit Einheimischen einen Garten bewirtschaften.

Preisträger in der Kategorie "Innovative Alltagshilfe" ist der ebenfalls ökumenische Arbeitskreis "Asyl und Zuflucht", der in Bonn-Endenich bereits mehr als 75 Umzüge aus Flüchtlingsunterkünften in privaten Wohnraum organisiert hat. In der dritten Kategorie "Religion verbindet" wurden sieben Begegnungscafés in Bonn und der Region ausgezeichnet.

Die Bonner Integrationsbeauftragte Coletta Manemann, die zur fünfköpfigen Auswahljury gehörte, lobte ausdrücklich das breite Engagement der Kirchen in der Flüchtlingshilfe. „Hinter der Unterstützung der Kirchen steht eine klare Haltung" und das mache sie so wichtig als Position gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit, betonte sie. Der Superintendent von Bad Godesberg-Voreifel, Mathias Mölleken, unterstrich, dass die Kirchen auch weiterhin den für die Hilfe für geflüchtete Menschen „nötigen langen Atem beitragen" werden.

Insgesamt hatten sich mehr als 30 Projekte für den Preis beworben. Den Preis initiiert und aufgebaut hat Lena von Seggern, Koordinatorin in der Flüchtlingsarbeit Bonn beim Diakonischen Werk. „Viele Freiwillige engagieren sich konstant und seit über zwei Jahren in der Flüchtlingshilfe in Bonn und der Region und positionieren sich damit klar für die Schutzsuchenden und gegen den erstarkenden Rechtspopulismus. Für ihr Engagement und ihre Courage haben sie unsere Anerkennung verdient“, so von Seggern über ihre Beweggründe, den Marie-Kahle-Preis ins Leben zu rufen.

Er ist benannt nach Marie Kahle, einer Bonner Bürgerin, die sich zur Zeit des Nationalsozialismus für Juden eingesetzt hatte und aus Deutschland fliehen musste. Die Auszeichnung soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden.