Die Jury hat entschieden: Marie-Kahle-Preis der evangelischen Kirchenkreise der Region

Jury-Sitzung des Marie-Kahle-Preises

Anerkennung für ehrenamtliche Projekte in der Flüchtlingshilfe und Motivation für die Zukunft

Die Fachjury für den Marie-Kahle-Preis hat über die 29 Projekteinreichungen von Ehrenamtlichen aus 15 Gemeinden der Evangelischen Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel entschieden. Die Jurymitglieder sind Coletta Manemann, Integrationsbeauftragte der Stadt Bonn, Sarah Laukamp von der Bundeszentrale für politische Bildung, Male Stüssel, die auch Journalisten bei WDR4YOU ist, Dr. Timo Lochocki, Experte zum Thema Rechtspopulismus und Kaveh Javadi, einem selbst geflüchteten Aktiven aus der Flüchtlingshilfe.

„Die Flüchtlingshilfe der Gemeinden ist vielseitig und engagiert - und sie setzt auch inhaltlich gute Akzente. Die Entscheidung ist uns daher nicht leichtgefallen“ so Manemann. „Mich hat besonders die Vielfalt der eingereichten Projekte beeindruckt. Ganz unterschiedliche Akteure leisten Hilfe und ermöglichen Begegnungen. Pragmatisch und mit viel Kreativität. Dieses zivilgesellschaftliche Engagement finde ich ermutigend“, so Laukamp.

Drei Aspekte haben die Initiatoren des Marie-Kahle-Preises für ehrenamtliches Engagement in Flüchtlingshilfe in den Mittelpunkt gestellt: Zusammenarbeit mit geflüchteten Menschen auf Augenhöhe, schnelle und effektive Hilfe sowie Religion als verbindendes Element untereinander. Pro Kategorie sind 700 Euro Preisgeld zu gewinnen.

Alle Ehrenamtlichen in der evangelischen oder ökumenischen Flüchtlingshilfe in Bonn, Bad Godesberg und der Voreifel konnten ihre Projekte einreichen.

Die Gewinner werden bekannt gegeben bei der feierlichen Preisverleihung am Samstag, 17. Februar 2018 im Haus der Geschichte Bonn.

Der Preis ist benannt nach Marie Kahle. Die Bonnerin hat nach der Reichspogromnacht am 10. November 1938 jüdischen Ladenbesitzern geholfen, den Schaden, den Nationalsozialisten verursacht hatten, zu beheben und aufzuräumen. Allein wegen ihrer Solidarität machte sie das NS-Regime zur Zielscheibe und musste mit ihrer Familie aus Deutschland fliehen.

Das Projekt koordiniert Lena von Seggern. Sie ist zuständig für die Flüchtlingsarbeit Bonn beim Diakonischen Werk. Gemeinsam mit Elena Link Viedma, Flüchtlingskoordinatorin bei der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit (EMFA) des Ev. Kirchenkreises Bonn, organisiert sie die Ausschreibung und Preisverleihung in den Kirchenkreisen.