Hebammenversorgung unzureichend

Mütter berichten in der Beratungsstelle von ihrer Geburt

Die Beraterinnen der Beratungsstelle EVA bestätigen, was der Bonner General-Anzeiger heute veröffentlich hat: dass im Kreissaal in den Krankenhäusern in der Region während einer Entbindung keine konstante Betreuung durch eine Hebamme gewährleistet ist, da sich jede Hebamme um mehrere Frauen kümmern muss: „Gerade dann, wenn eine Geburt schwierig ist und sich der Vorgang in die Länge zieht, verstärkt der Personalmangel im Kreissaal noch die Anspannung der werdenden Mutter. Sie bräuchte in dem Moment das Gegenteil: Zuspruch, Unterstützung und fachliche Betreuung. Ist das nicht gegeben, entsteht zusätzlicher Stress – auch für das Kind“, weiß Claudia Mühl-Wingen, Einrichtungsleiterin von EVA.

Mit der Entbindung ist das Problem nicht erledigt: „Nachsorgehebammen zu finden ist für unsere Klientinnen oft sehr schwierig und manchmal selbst mit Hilfe der Hebammenzentrale  unmöglich“, berichtet Dhana Nimz, Beraterin.

Unzumutbar ist, was letzte Woche passierte: Eine Klientin mit Blasensprung wurde erst bei der dritten Entbindungsabteilung aufgenommen. Nach Siegburg hat jetzt auch in St. Augustin die Entbindungsstation geschlossen und ist damit das fünfte Krankenhaus hier in der Region in den letzten Jahren. Und es ist keine Perspektive in Sicht. „In einer Gesellschaft, die Familien stärken will, sollte man bei der Geburtshilfe anfangen. Im Moment passiert genau das Gegenteil.“