„Die Tür ist offen, mehr noch das Herz“

Schlusswort von Superintendent Mathias Mölleken im Anschluss an die Podiumsdiskussion mit den Bürgermeistern von Meckenheim und Rheinbach, geleitet von Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher

Dr. Peter Enzenberger, Marlene Strauch (beide Kommunales Integrationszentrum Rhein-Sieg-Kreis), Ulrich Hamacher (Geschäftsführer Diakonisches Werk), Pfarrerin Ingeborg Dahl, Superintendent Mathias Mölleken, Flüchtlingskoordinatorin Anne Mäsgen (Diakonisches Werk), Heiko Leubecher (Rheinflanke für die Stadt Meckenheim)

16. Diakonische Konferenz: Wie Integration gelingen kann

Schon die Zahl der Anmeldungen im Vorfeld der Diakonischen Konferenz sprach für das rege Interesse an dem Thema Integration: 120 Gäste waren vor Ort in der Friedenskirche Meckenheim. Ob beim Markt der Möglichkeiten, anhand der Vorstellungen zweier Integrationskonzepte oder bei der Podiumsdiskussion – jeweils wurde das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Das traditionelle Fischessen zum Ausklang bot Gelegenheit, das Gehörte im persönlichen Gespräch zu vertiefen.

„Keine Bedenken-Debatten sollen heute geführt werden“, leitet die Hausherrin Pfarrerin Ingeborg Dahl die 16. Diakonische Konferenz ein, „stattdessen wollen wir den Blick auf das lenken, was vor unserer Tür als Aufgabe liegt.“ Flüchtlingskoordinatorin Anne Mäsgen wies anschließend darauf hin, dass die Mehrheit der Menschen die sind, die sich selbstlos einsetzen und nicht die, die Unterkünfte anzünden.“ Wie das Engagement der Vielen aussieht, davon konnten sich die Teilnehmenden beim Markt der Möglichkeiten überzeugen. Acht Institutionen stellten ihre Arbeit vor: neben dem Caritasverband Rhein-Sieg, der RheinFlanke e.V. auch das Job-Center, das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises sowie verschiedene ehrenamtliche Helferkreise aus Rheinbach, Meckenheim und Swisttal.

Bei der Vorstellung des Integrationskonzeptes des Rhein-Sieg-Kreises durch Dr. Peter Enzenberger vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) wurde sehr deutlich, dass „die Verwaltung auf der gleichen Seite steht, wie etwa die vielen engagierten Ehrenamtlichen“ und dass das KI sich als Dienstleister versteht, der die Kommunen, Initiativen und Vereinen gerne praktisch unterstützt. „Sie müssen uns nur ansprechen“, appellierte Enzenberger. Dass sich die Integrationskonzepte grundsätzlich am Ende nur im Detail oder im regionalen Bezug unterscheiden verdeutlichte die Präsentation von Heiko Leubecher, der das Integrationskonzept der Stadt Meckenheim vorstellte. Die Grundthemen sind evident: Wohnraum, Arbeit, Freizeitgestaltung und Spracherwerb.

Welche Herausforderungen und Grenzen die praktische Umsetzung solcher Konzepte mit sich bringt, wurde in der Podiumsdiskussion mit den anwesenden Bürgermeistern Bert Spilles und Stefan Raetz deutlich: Es gibt gute Kontakt zu Arbeitgebern, die die Flüchtlinge einsetzen; die Wohnungsnot beschäftigt die Kommunen nicht erst seit der Flüchtlingskrise und der Bürokratiedschungel muss abgebaut werden. „Es ist doch bezeichnend, dass der Helferkreis Formularhilfe zunächst selbst eine Fortbildung zur Formularhilfe benötigt, um den Flüchtlingen helfen zu können“ ärgert sich Stefan Raetz.

Superintendent Mathias Mölleken erinnerte in seinem Schlusswort „es kommt auf die Haltung an“ und zog das Fazit: „Solidarität hilft. In unseren Städten, Kommunen und auch Kirchengemeinden ist der Umgang mit der Aufnahme geflüchteter Menschen als eine gemeinsame Aufgabe empfunden und auch wahrgenommen worden, insbesondere von so vielen ehrenamtlichen Einzelnen und Unterstützergruppen.“ Er wünschte allen, dass sie die Gespräche beim gemeinsamen Fischessen fortsetzen würden und lud schon jetzt zur 17. Diakonischen Konferenz 2018 ein.