Informationsveranstaltung der Initiative „Energiesperrungen vermeiden“

Das gemeinsame Ziel: Energiesperrungen vermeiden

Das gemeinsame Anliegen der Bonner Wohlfahrtsverbände, des Mieterbundes Bonn/Rhein-Sieg/Ahr e.V., des Jobcenters, des städtischen Amtes für Soziales und Wohnen und der Stadtwerke Bonn Energie und Wasser sowie der Verbraucherzentrale NRW e.V. Beratungsstelle Bonn ist es, Sperrungen der Energiezufuhr bei Menschen in prekären Lebensumständen zu vermeiden. Grundlage ist die Selbst­verpflichtungs­erklärung, die im September letzten Jahres unterzeichnet wurde. Die Handlungs­empfehlung zur praktischen Umsetzung wurde am Freitag im Bonner Ratssaal präsentiert.

In der Regel ist die drohende oder bereits durchgeführte Sperrung der Energiezufuhr ein Hinweis auf eine tiefergehende Problematik. Das Ziel der beteiligten Partner der Initiative ist es, die Menschen aus ganzheitlicher Sicht zu unterstützen und gemeinsam auf Augenhöhe Lösungen zu erarbeiten, um die Sperrung kurzfristig abzuwenden und dauerhaft die Lebenssituation zu stabilisieren. Schon bei der gemeinsamen Erarbeitung der Handlungsempfehlung für die Praxis zeigte sich, wie fruchtbar das entstandene Netzwerk ist: „Im Gespräch konnten wir die unterschiedlichen Prozesse der beteiligten Institutionen im Detail kennenlernen und aufeinander abstimmen“, berichtet Hermann Classen, Vorstandsvorsitzender der Kreisgruppe Bonn des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und Mitglied des Arbeitskreises. „Allein unser Austausch zur Entwicklung eines Verfahrens hat spürbar positive Effekte erzielt“, berichtet Ulrich Franz für die gewerkschaftliche Arbeitslosengruppe Bonn, „Energiesperrungen konnten abgewendet werden.“

Bei der Informationsveranstaltung des Arbeitskreises im Stadthaus wurden die Ergebnisse der Zusammenarbeit vorgestellt. Fachleute aus dem Bereich der sozialen Arbeit konnten erfahren, unter welchen Bedingungen Ratenzahlungen, Tarifänderungen oder andere Schritte gemeinsam mit den Ansprechpartnern bei den Stadtwerken umgesetzt werden können. „Für jeden Kunden, der rechtzeitig mit uns oder einem der Sozialpartner Kontakt aufnimmt, finden wir eine Lösung“, so Dirk Schröder, Vertreter der Stadtwerke Bonn in der Initiative. „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Initiative erleichtert es uns immens, Lösungswege zu finden, die den Einzelfällen wirklich gerecht werden“, so Schröder weiter.

In seinem Grußwort an das Plenum bekräftigte Bürgermeister Reinhard Limbach die Notwendigkeit eines großen Netzwerks wie diesem: „Das Know-how im Bereich des Sozialwesens ist in unserer Stadt in besonderem Maße vorhanden. Durch den Austausch der Akteure untereinander, über die „Grenzen“ von Unternehmen, Verbänden und Behörden hinweg, kann es optimal zum Einsatz kommen, zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger, die auf die Hilfen angewiesen sind.“